Forschung

Forschungsprojekt zur Wirksamkeit der Krankenhausseelsorge
Projektbeschreibung und Zielsetzung


Das Forschungsprojekt erforscht die Wirksamkeit der Krankenhausseelsorge bei Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden der Krankenhäuser. Ziel ist, anhand der Praxis Handlungsformen und Wirksamkeit von Seelsorge wissenschaftlich evaluierend zu erarbeiten und aufzuzeigen. Es sollen Kenngrößen für die Messung der Wirksamkeit der Krankenhausseelsorge entwickelt werden, die so für die Seelsorge noch nicht vorhanden sind. Hierbei werden die unterschiedlichen Kliniken und Felder, in denen Krankenhausseelsorge betrieben wird, untersucht.
Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster (des Lehrstuhls Praktische Theologie der Evangelischen Fakultät mit Prof. Dr. Traugott Roser) und der Konvente der Krankenhausseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).
Wir arbeiten mit qualitativen Methoden. Hierfür werden wir in einem ersten Schritt eingesandte Fallberichte von SeelsorgerInnen aus EKvW und EKiR untersuchen. Hierfür knüpfen wir an die Arbeit des European Research Institut for Chaplaincy in Healthcare (ERICH) an der katholischen Fakultät der Universität Löwen in Belgien (www.chaplaincyresearch.eu) an. ERICH wiederum ist Teil des European Network of Health Care Chaplaincy (ENHCC) (http://www.enhcc.eu/). Eine Initiative von ERICH und ENHCC ist, über Fallberichte und Fallstudien Einblick in die Realität heutiger Krankenhausseelsorge in unterschiedlichen europäischen Ländern zu gewinnen.
Für einen späteren Schritt sind narrative Interviews sowie Erhebungen der Kontaktzahlen und Zeitkontingente angedacht.
Abschließendes Ziel ist, die Krankenhausseelsorge als systemischen und institutionsbezogenen Ansatz in ihrer Wirksamkeit bei allen Beteiligten und sämtlichen Arbeitsfeldern aufzuzeigen.
Wie erfolgt die Kontaktaufnahme zwischen allen Beteiligten (SeelsorgerIn, PatientIn, Angehörige, Institution…)? Wie werden Informationen weitergegeben und ausgetauscht? Wie wirkt Krankenhausseelsorge und bei wem? Dabei wird Krankenhausseelsorge als natürlicher und genuiner Bestandteil der Versorgungsqualität der Krankenbehandlung ausgewiesen. Auch erfolgt dies im Rahmen des Konzeptes von „Spiritual Care“. Es soll ein Zusammenhang zwischen dem institutionsbezogenen Ansatz der Krankenhausseelsorge und der professionellen Zusammenarbeit der Krankenhausseelsorge im Behandlungsprozess gezeigt werden.
Für Sammlung, Verwaltung und Auswertung der Fallberichte und abschließende Veröffentlichung der Ergebnisse als Dissertationsprojekt ist die Doktorandin Nika Höfler zuständig. Im Zuge dessen wird ein entsprechender Leitfaden für eine angemessene Auswertung der Fallberichte entwickelt werden.

Vorgehensweise
Die Fallberichte werden von KrankenhausseelsorgerInnen aus den Konventen der EKiR und EKvW erstellt und eingesandt. Diese werden anhand von festgelegten Formalia erstellt, wie sie von George Fitchett und Steve Nolan (George Fitchett, Steve Nolan (Hg.), Spiritual Care in Practice. Case Studies in Health Care Chaplaincy, London/Philadelphia 2015) entwickelt wurden.
Die Fallgeschichten sollen die Realität von Krankenhausseelsorge heute abbilden. Unter dem Impuls „Das gibt es im Altenheim/ Krankenhaus heute so nur in der Seelsorge! Eine Geschichte aus meiner Praxis, die etwas verändert hat (bei mir, beim Gegenüber, bei der Institution…) und wie es dazu kam“ fungieren als nicht-repräsentativer Zugang zur Beschreibung des Forschungsfeldes und grenzen den narrativen Raum ein. Vor allem werden hierdurch das Selbstverständnis der Seelsorgenden in Krankenhäusern gezeigt und ihre Professionsstandards ermittelt. Sie sind Selbstbeschreibung der Arbeit von SeelsorgerInnen. Hierbei wird eine eher typische Begebenheit – nicht unbedingt das Exzeptionelle – beschrieben, eine Geschichte aus
der Praxis, die etwas verändert hat. Dies ist nicht einfach ein Verbatim, sondern eine Fallgeschichte (dies kann, muss aber ein solches nicht enthalten), die aufzeigt, wie die
SeelsorgerInnen sich selbst in ihrer Arbeit einschätzen und wie sie ihre Wirksamkeit als KrankenhausseelsorgerIn bewerten.
Um an entsprechende Berichte zu gelangen, wurde bereits ein Aufruf an alle Seelsorgenden der in Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen von EKvW und EKiR gestartet mit der Bitte,
entsprechende Berichte in anonymisierter Form an eine eigens hierfür eingerichtete E- Mailadresse zu senden (selbstverständlich hat nur eine sehr begrenzte Anzahl an Personen
Zugang zu diesem Account, um die Vertraulichkeit zu gewährleisten).

Nika Höfler

Kontakt:
Tel: 0251-83-22541
nika.hoefler(at)uni-muenster.de
Fallberichte an: foks(at)uni-muenster.de

Anleitung zur Erstellung eines Fallberichtes

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