Der Konvent der evangelischen Krankenhausseelsorge in Westfalen
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Der Konvent der Krankenhausseelsorge in der EKvW veranstaltete am Mittwoch, dem 23. Januar 2002 in Iserlohn eine Arbeitstagung zum Thema
Diagnosis Related Groups (DRG's). Wie verändern die neuen "Diagnose bezogenen Fallgruppen" das System Krankenhaus?.

Das Hauptreferat hielt Eva-Maria Schultheis, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Sozialleistungsträger im Ruhrbezirk.

Zeitplan zur Einführung der DRG'sZum 01.01.2004 wird für alle bundesdeutschen Kliniken verpflichtend eine weiterentwickelte Version des australischen Vergütungssystems "DRG" eingeführt.


Ungefähr 800 Diagnose bezogene Fallgruppen schaffen neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen und werden zu tiefgreifenden Veränderungen in das System Krankenhaus führen. Stärker als die seit 1993 geltende Budgetierung (Gesundheitsstrukturgesetz) sollen so Rationalisierungspotentiale aufgespürt und der Ressourcenverbrauch reduziert werden. Das Ziel ist eine leistungsorientierte Vergütung nach dem Motto "Geld folgt Leistung".

DRG's und die Folgen in 2010Potentielle Wirkungen der DRG-Einführung sind nach E.-M. Schultheis u.a. die stärkere Spezialisierung von Kliniken, die Verdrängung kostenungünstiger Krankenhäuser, eine Reduktion der Verweildauer von 9 auf 7 Tage im Jahr 2010, ein Bettenabbau von weiteren 20% und eine leistungsgerechtere Verteilung der Finanzierung auf die Kostenträger.

Zu den Auswirkungen des neuen Abrechnungssystems auf ihr spezielles Berufsfeld gaben Michael Kleinschmidt, stellvertretender Verwaltungsdirektor im Knappschaftskrankenhaus Dortmund-Brackel, Dr. Friedrich Hein, Medizincontroler aus dem Ev. Krankenhaus Herne und Annette Steinrötter, stellvertretende Pflegedienstleiterin an der Kath. Johannes Gesellschaft Dortmund, Statements ab.

Das neue Abrechnungssystem selbst wurde von keinem der Referenten in Frage gestellt. Probleme sahen die Krankenhausvertreter eher in mangelnden Dokumentationshilfen und Computerprogrammen. Das DRG-System macht es nötig, dass jeder Arbeitsgang mit einem bestimmten Schlüssel dokumentiert werden muss, damit er auch abgerechnet wird. In den meisten Kliniken, so Dr. F. Hein und A. Steinrötter verwenden das Arzt- und Pflegepersonal schon heute einen Großteil ihrer Zeit auf die Dokumentation ihrer Arbeit. M. Kleinschmidt unterstrich daraufhin, dass diese Dokumentation im DRG-System noch genauer werden muss, zumal sie über das Budget eines Hauses entscheidet und damit über Arbeitsplätze. Die diese Mehrarbeit entlastenden und von daher unerlässlichen Computerprogramme, so wie man sie für das DRG - Vergütungssystem brauchen wird, werden noch gar nicht auf dem Markt angeboten. Der Zeitrahmen für die Einführung dieses neuen Systems ist, so die Kritik von Dr. F. Hein, zu eng gesteckt, um in der Praxis geschult darauf vorbereitet zu sein.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion, die von Pfarrerin Christa Thiel, PEP, moderiert wurde, gingen die Experten unter anderem der Frage nach, wie sich die Versorgungsqualität für einen Menschen im Jahr 2010 im Vergleich zum Jahr 1999 verändern wird. Dahinter steht eine These von Professor M. Simon, Ev. Fachhochschule Hannover, Fachbereich Gesundheitswesen, die besagt, dass ökonomische Reize als Mittel der politischen Steuerung im Gesundheitswesen erhebliche Risiken für eine patientenorientierte Medizin und Pflege sein können.

Alle vier Experten waren der Meinung, dass sich die Versorgungsqualität auf keinen Fall verschlechtern wird. Es herrschte vielmehr die Ansicht vor, dass die Qualität eher noch gesteigert wird.

Das Hauptreferat und weitere Materialien können Sie bei uns anfordern.


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