Lebensgeschichte oder: Was macht mein Beruf mit mir?
Zum 4. Mal trafen sich niederländische und deutsche Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger zu einer gemeinsamen Tagung, die alle zwei Jahre abwechselnd in den Niederlanden oder in Westfalen stattfinden. Diesmal kamen 10 Frauen und Männer aus den Niederlanden und 13 aus Westfalen in Iserlohn zusammen.
Fragen nach den Einflüssen von Arbeit auf die Person der Seelsorgerin oder des Seelsorgers, nach dem Burnout oder der Pflege von Ressourcen standen im Mittelpunkt der beiden Tagungstage.
Der Referent Dr. Martin Sauer aus Bielefeld führte die Teilnehmenden in sehr guter und einfühlsamer Weise durch Vorträge an das Thema heran. Er ließ Zeit zur Vertiefung in Eigen- und Gruppenarbeit, die sehr durchdacht angeleitet wurden.
Im ersten Teil beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Dilemmata des Berufes des Krankenhausselsorgers am Beispiel des "Seelsorgerfalles Jörg Bauer". Hier ging es u.a. um die Ideale des Pfarrbildes, die Grenzenlosigkeit des Auftrags oder den krankmachenden Spagat zwischen Unersetzlich- und Überflüssig-Sein.
Der zweite Teil beschäftigte sich mit dem Thema 'Ausbrennen' in der Seelsorge. Dr. Sauer stellte u.a. das Burnout-Syndrom, Erscheinungsformen des Burnout oder die Phasen des Ausgebrannt-Seins dar.
Im dritten Teil wurde genauer auf die Ressourcen-Pflege geschaut. Hier ging es darum, Balancen zu finden und Perspektiven zu klären. Dr. Sauer zeigte einige Hilfeansätze aus der Literatur auf.
Die Rückmeldungen am Ende der Tagung haben gezeigt, dass das Ziel, das in der Einladung zur Tagung hieß: "...die Lust an unserem Beruf zu fördern!", erreicht wurde. Auch soll es eine 5. Tagung in zwei Jahren in Holland geben, die sich voraussichtlich mit den theologischen Entwicklungen unserer Berufspraxis beschäftigt.